verschiedene Statements betroffener Mädchen

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papatya anonyme Kriseneinrichtung für Mädchen und junge Frauen mit Migrantionshintergrund

Lösungen

Wir schauen mit euch gemeinsam, wie es nach der ersten Eingewöhnung weitergehen kann.

Dazu gehört, dass wir euch bei Problemen mit der Ausländerbehörde, bei der Suche nach einer neuen Schule oder Ausbildung, und bei der Suche nach einer geeigneten dauerhaften Wohnmöglichkeit unterstützen.

Dabei kann die richtige Lösung für jedes Mädchen anders aussehen.

Yasmin (16 Jahre):
„Wenn ich morgen ausziehe…”

Ich war insgesamt etwas über 2 Monate bei Papatya. Wenn ich sagen müsste, inwieweit ich mich verändert habe, würde ich sagen, dass ich stärker, geduldiger und freier geworden bin.

Es war für mich total wichtig zu erfahren, dass es noch so viele andere Mädchen mit den gleichen Geschichten gibt wie meine. Ich habe mich früher oft wie ein Freak gefühlt, weil ich dachte, dass nur mir so etwas passiert.

In den vergangenen Wochen habe ich viel über mich gelernt. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ich so stark sein kann. Hier habe ich öfter das Gefühl gehabt, dass ich in ein Loch falle, wenn mal wieder etwas nicht geklappt hat. Aber ich habe gemerkt, dass ich auch immer wieder aus dem Loch rauskommen kann. Das gibt mir Kraft für den Weg, der jetzt noch vor mir liegt.

Obwohl es manchmal schwer war, bin ich nicht wieder nach Hause zurückgegangen. Meine Eltern haben zwar ziemlichen Druck gemacht, aber ich habe ausgehalten. Ich will nämlich ein Vorbild für andere Mädchen sein. Ich will zeigen, dass jede, die es will, das auch schaffen kann.

In der Zeit, seit ich weg bin, habe ich meine Eltern von einer ganz anderen Seite kennen gelernt. Sie haben am Telefon und beim Gespräch im Jugendamt geweint, was mich sehr beeindruckt hat. Das haben sie vorher noch nie vor mir getan. Nachdem sie aber gemerkt haben, dass ich mich nicht erweichen lasse, hat mein Vater mich mit dem Tod bedroht. Das hätte ich nie von ihm gedacht, obwohl er mich früher viel geschlagen hat.

Bei Papatya habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, immer jemandem zum Reden zu haben. Ich hatte schon immer eine andere Einstellung zu der Religion meiner Eltern, aber ich konnte mit ihnen darüber nie sprechen. Wenn ich es mal versucht habe, bekam ich immer zu hören, dass ich mich hinsetzen und den Mund halten soll Und wenn sie besonders schlecht drauf waren, haben sie gesagt, geh Teller wischen, weil du ein Mädchen bist. Hier habe ich immer eine Antwort bekommen und die meisten meiner Gedanken sind von den Mitarbeiterinnen bestätigt worden.

Ich weiß, dass noch ein langer Weg vor mir liegt, auch wenn ich nun schon 2,5 Monate von zu Haue weg bin.

Was ich aber ganz sicher jetzt schon weiß, dass ich nie mehr nach Hause zurückgehen will. Ich werde auch keinen telefonischen Kontakt aufnehmen. Ich weiß, dass meine Eltern mich unbedingt zurückhaben wollen, aber ich habe mich bei ihnen wie ein falsches Puzzle-Teil gefühlt, das dort nicht hingehört.

Natürlich habe ich auch Ängste, wenn ich an meine Zukunft denke.

Ich muss noch 2 Jahre zur Schule gehen. Durch den ganzen Stress zu Hause fiel mir das Lernen schwer und meine Noten waren nicht besonders gut. Nun habe ich Angst, dass ich vielleicht meinen Abschluss nicht schaffe. Ich weiß aber, dass ich in der betreuten WG, in die ich ziehe, Hausaufgabenhilfe bekomme.

Vor der Selbständigkeit habe ich allerdings keine Angst.

Meine Hoffnung für die Zukunft ist, dass ich einmal das Frauenbild in meiner Kultur verändern kann. Dazu will ich meine Schule möglichst gut abschließen und später in Frauenprojekten auf der ganzen Welt arbeiten. Bei Papatya habe ich gelernt, dass Frauen alles schaffen können!    

 

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